Palast-Lichtspiele
| Öffnungsjahre | 1919 – frühe 1940er |
|---|---|
| Adresse | Palaststraße 4 |
| Ort | Trier |
| Betreiber | Gesellschaft für Kinematografen m.b.H., Saarbrücken, später Philipp Ras(s), dann Robert Fässy |
Das „Orpheum“-Gebäude, wie es zu diesem Zeitpunkt hieß, stand in der Palaststraße und war ursprünglich ein Varietéhaus 5. In diesem Gebäude werden später die Palast-Lichtspiele betrieben 5. Der Leiter Nikolaus Petri integrierte spätestens ab 1906 Filmvorführungen als festen Bestandteil des Abendprogramms 5. Eingesetzt wurden zunächst ein kinematographisches Projektionsgerät sowie ergänzend ein später angeschafftes Sciopticon 5. Im Sommer 1907 erfolgte eine bauliche Umgestaltung des Hauses. Nach der Wiedereröffnung blieben die bildtechnischen Nummern Teil des Gesamtprogramms, auch wenn sie nicht mehr durchgehend inseriert wurden 5. Ab 1908 nahm die Zahl der öffentlichen Ankündigungen weiter ab, doch das Varieté selbst bestand nachweislich bis mindestens 1913, trotz wachsender Konkurrenz durch andere Kinematographen 5.
Ein grundlegender Funktionswechsel des Gebäudes erfolgte 1919, als die Gesellschaft für Kinematografen m.b.H., Saarbrücken die Gebäude erworben hat und in den ehemaligen Varietéräumen ein eigenständiges Kino unter dem Namen „Palasttheater“ eröffnet wurde 4 5. Dieses richtete sich in besonderem Maße an das Publikum der umliegenden Kasernen sowie an Bewohnerinnen und Bewohner der Weberbach 5.
Ab den späten 1920er-Jahren ist das Kino unter der Bezeichnung „Palast-Lichtspiele“ nachweisbar. Archivalische Belege dokumentieren den Namen seit mindestens Mai 1929. Für die Jahre zwischen 1938 und 1941 liegen regelmäßige Presseeinträge vor, die sowohl Filmprogramme als auch die gleichzeitige Verwendung der Bezeichnung „Palast“ oder „Palast-Lichtspiele“ zeigen 1.
Zum 1. Januar 1932 wurde der Betrieb neu verpachtet 6. Erwähnt wird dabei der Pächter Philipp Ras(s) aus der Paulinstraße 20. Der Betrieb erscheint im Umfeld der Haus Schieffer GmbH. In weiteren stadthistorischen Unterlagen wird Robert Fässy als Verantwortlicher bzw. Betreiber geführt. Eine behördliche Notiz aus dem Jahr 1937 ordnete das Kino als reines Nachaufführungstheater ein 1 2 3.
Damit lässt sich die Nutzung des Gebäudes in der Palaststraße über mehrere Phasen hinweg klar nachvollziehen:
- - Varieté- und Orpheum-Zeit (bis mindestens 1913) 5
- - Umwandlung zum Palasttheater (1919) 4 5
- - Weiterbetrieb als Palast-Lichtspiele / Palast-Theater (seit spätestens 1929, belegt bis in die frühen 1940er Jahre) 1 4 5.
Der Standort zeigt damit eine kontinuierliche Entwicklung von frühen Formen populärer Unterhaltung hin zu einem dauerhaft etablierten Filmtheater. Ein Tag der Schließung des Gebäudes konnte nicht ausfindig gemacht werden.
Literaturverzeichnis
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[1]: Stadtarchiv Trier. (1927-1946). NL Laven/1433 – Zeitungsartikelsammlung über Filmvorführungen in Trier (Neues Theater, Capitol-Theater, Apollo-Theater, Palast-Lichtspiele, Germania-Lichtspiele, Römertor-Lichtspiele).
[2]: Stadtarchiv Trier. (1936-1937). Tb 8/25 – Vierjahresplan: Wirtschaft und Industrie.
[3]: Stadtarchiv Trier. (1922-1928). Tb 21/654 – Kinobesitzer Marzi, Fässy und Schieffer: Palast-Lichtspiele.
[4]: Der Kinematograph. (1919, October). Aus der Praxis - Saarbrücken. No. 669. p. 152. https://mediahistoryproject.org/reader.php?id=kinematograph-1919-10.
[5]: Brigitte B. (2002). „Wir Trierer lieben den 'Kintop' über alles“ – Die Kinostadt Trier vor dem Ersten Weltkrieg. In: Kurtrierisches Jahrbuch (2002), vol. 42, pp. 239-273.
[6]: Stadtarchiv Trier. (1913–1941). NL Laven/3890 - Kino in Trier.
Bildlizenzen
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[1]: Privatfoto: Jaqueline Pauli