Atrium

Öffnungsjahre 1953 – 2000
Adresse Maximinstraße 31
Ort Trier
Betreiber Theo Baltes, später Dirk & Dieter Ziesenhenne
Sitzplätze 460

Gründung

Das Atrium-Kino wurde 1953 in der Maximinstraße 31 gegründet 1 und markierte damit einen Neubeginn des Trierer Kinowesens in der Nachkriegszeit. Der Gründer, Theo Baltes, war ein Trierer Filmpionier, der dazu noch ein weiteres Kino in Trier betrieb, das Römertor in der Simeonstraße 1. Um sich von anderen Kinos wie dem Metropol, dem Neuen Theater, dem Capitol und dem Apollo abzuheben, die überwiegend deutsche Filme zeigten, setzte Theo Baltes gezielt auf amerikanische Produktionen im modernen CinemaScope-Format und lud berühmte Schauspieler:innen wie zum Beispiel Ruth Leuwerik und Dieter Borsche zu Premieren ein. 2. Das Kino verfügte über 460 Sitzplätze 2.

Umbau

Nach dem Tod von Theo Baltes im Jahr 1967 übernahm sein gleichnamiger Sohn das Atrium 1. Als Rechtsanwalt hatte er jedoch wenig Interesse an der Weiterentwicklung des Kinos 3, das in den Anfangsjahren einen großen Erfolg genoss 1. 1988 übernahm Dirk Ziesenhenne zunächst zusammen mit seinem Vater, Dieter Ziesenhenne, und später eigenständig das Theater in der Maximinstraße 4. Für Dirk Ziesenhenne stellte dies eine prägende Lehrzeit dar, die den Grundstein für seinen Erfolg mit dem Broadway-Filmtheater legte 5.

Die Übernahme 1988 war alles andere als einfach. Das Atrium war auf die Besuchermassen der 1950er Jahre ausgelegt: Die beiden Säle waren zu groß dimensioniert und blieben meist nicht einmal halb voll 6. Aus den zwei ursprünglichen Sälen entstanden drei kleinere Säle, die eine bessere Auslastung ermöglichten 6. Zudem wurde das Atrium in ein Raucherkino umgewandelt, was sich damals als Erfolgsrezept erwies 6.

Programmstrategie

In den Jahren unter der Leitung der Familie Ziesenhenne spielte das Atrium-Kino fast ausschließlich Blockbuster 5. Der erste Film unter der neuen Betriebsführung war „Dirty Dancing“, der über ein halbes Jahr im Programm lief – ein klares Bekenntnis zur Mainstream-Kinematographie 7, die in den 1990ern voll im Trend war 4.

Ende der Geschichte des Atrium-Kinos

Die Eröffnung des Multiplex-Kinos Cinemaxx in der Innenstadt im Jahr 2000 markierte das Ende des Atrium-Theaters 8. Das neue Multiplex-Haus mit seinen technischen Möglichkeiten und großem Sitzplatzangebot stellte das Atrium wirtschaftlich in Frage 8. Gleichzeitig lief der Mietvertrag des Atriums aus 3. Obwohl Ziesenhenne noch Pläne zur Weiterbetreibung des Theaters hegte – unter anderem überlegte er, ein One-Dollar-Kino in den Atrium-Sälen einzurichten 8 – willigte der Vermieter nicht in eine Fortsetzung ein 3.

Der Kinosaalbau wurde abgerissen und das Gebäude einer neuen Nutzung zugeführt 3. Damit endete die Geschichte des Atrium-Kinos.

Literaturverzeichnis

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[1]: Pistorius, J. (2010, 14. Februar). 50 000 Badewannen voller Popcorn – Das letzte Haus vor dem Sumpf. Trierischer Volksfreund. https://www.volksfreund.de/region/trier-trierer-land/50-000-badewannen-voller-popcorn-das-letzte-haus-vor-dem-sumpf_aid-6616779 [Zugriff: 02.11.2025].

[2]: Projekte der Medienwissenschaft Trier (2000). [Video]. Das Atrium Kinosterben in Trier. [Zugriff: 02.11.2025].

[3]: OK54 Bürgerrundfunk. (2023, 28. November). Nachtgespräch: Dirk Ziesenhenne (Broadway Trier) [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=JiN21_pbK28[Zugriff: 02.11.2025].

[4]: Kino als besonderen Ort wird es immer geben. (2019, 14. März) Hunderttausend.de https://www.hunderttausend.de/va/Pages/Broadway-Filmtheater-Trier-25-Jahre.aspx [Zugriff: 02.11.2025].

[5]: Huhn, M. (2023, 24. Januar). Flatrate, Cocktails, kleine Säle: Wie der Betreiber des Broadway mehr Kunden ins Kino locken will. https://www.volksfreund.de/region/trier-trierer-land/kino-in-trier-flatrate-cocktails-kleine-saele-der-kampf-gegen-streamingdienste_aid-83220635 [Zugriff: 02.11.2025].

[6]: Jöricke, F. (2024, 08. September). 30 Jahre Broadway in Trier: Wie das Kino überlebt hat. https://www.volksfreund.de/region/trier-trierer-land/30-jahre-broadway-in-trier-dirk-ziesenhenne-und-seine-strategie_aid-118714541 [Zugriff: 02.11.2025].

[7]: ego Magazin Trier. Ausgabe 4. S. 60.

[8]: Mekka für Cineasten. (2004, 20. Juni). https://www.volksfreund.de/region/trier-trierer-land/mekka-fuer-cineasten_aid-5409532 [Zugriff: 02.11.2025].

Bildlizenzen

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[1]: Copyright Medienwissenschaft Universität Trier 2000

[2]: Copyright Medienwissenschaft Universität Trier 2000

[3]: Copyright Medienwissenschaft Universität Trier 2000

[4]: Privatfoto: Arina Singatulina

[5]: Privatfoto: Arina Singatulina

[6]: Copyright Medienwissenschaft Universität Trier 2000

[7]: Copyright Medienwissenschaft Universität Trier 2000

[8]: Copyright Medienwissenschaft Universität Trier 2000 „Das Atrium - Kinosterben in Trier“