Metropol
| Öffnungsjahre | 1957 – 1974 |
|---|---|
| Adresse | Moselstraße |
| Ort | Trier |
| Betreiber | Haus Schieffer K.G. |
Das Trierer Kino Metropol (1957–1974) 6 war eng mit einem städtischen Vergnügungskomplex verbunden. Bereits ab etwa 1805 entstand an der Ecke Moselstraße / Simeonstraße 47 ein großflächiger Gebäudekomplex, in dem sich im Laufe der Zeit das beliebte Café Astoria, das Gasthaus „In der Postkutsch“, das Bierlokal Schieffer-Keller sowie zwei Kinos – das Metropol und das Neue Theater (ehemals Reichshallen-Theater) – ansiedelten 1.
Dieser Gebäudeblock entwickelte sich zu einem zentralen Ort des städtischen Nachtlebens. Rückblickend gilt dieser Kinostandort als einer der ältesten in Trier 1 2 3 4.
Eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung spielte die Familie Schieffer. Familienoberhaupt Eduard Schieffer betrieb zunächst eine Brauerei in Prüm, bevor er nach Trier übersiedelte und dort eine eigene Brauerei gründete. Seine Söhne erweiterten den Betrieb erheblich und führten neben dem „Schieffer-Keller“, dem „Astoria“ und der „Postkutsche“ auch zwei Kinos, die sich im selben Gebäudekomplex befanden: das Metropol in der Moselstraße und das Neue Theater in der Simeonstraße 5.
Nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich Eigentums- und Betriebsstrukturen. Eine Übersicht über Trierer Kinos nennt:
„Trier / Mosel, Stockplatz 2 / Moselstr., Metropol Theater;
Trier / Mosel, Stockplatz 2 / Simeonstr. 47, Neues Theater …“ 3.
Diese doppelte Adressierung zeigt, dass beide Kinos nach dem Krieg unter der Firmenadresse Stockplatz 2 registriert waren – vermutlich dem Sitz der Betreibergesellschaft Haus Schieffer K.G.. Diese Adresse entsprach jedoch nicht zwangsläufig den tatsächlichen Kinoeingängen. Die separaten Zugänge zur Mosel- bzw. Simeonstraße deuten darauf hin, dass sich der Eingang zum Metropol wahrscheinlich auf der Moselstraßenseite befand.
Das Ende des Metropol-Kinos ist eng mit dem strukturellen Wandel in der Trierer Innenstadt verbunden. In den 1970er Jahren wurde der gesamte historische Gebäudekomplex an der Ecke Moselstraße / Simeonstraße abgerissen – einschließlich des Café Astoria, der „Postkutsch“, des Schieffer-Kellers sowie der Kinos Metropol und Neues Theater.
An ihrer Stelle entstand ein Neubau für das Versandhaus Neckermann, das 1975 dort eine große Filiale eröffnete. Bereits 1976 übernahm Karstadt das Gebäude, das 1978 nach einem Umbau als Karstadt-Warenhaus wiedereröffnet wurde.
Spätestens mit dem Abriss des Altbaus stellten Metropol und Neues Theater ihren Spielbetrieb ein. Die Kinosäle verschwanden vollständig aus dem Stadtbild; einzig das mittelalterliche Gewölbe des Schieffer-Kellers wurde in den Neubau integriert und wird bis heute gastronomisch genutzt 1 2 3 4.
Literaturverzeichnis
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[1]: Autor unbekannt. (2003, 1. April). Ein Vierteljahrhundert in der Sim. Trierischer Volksfreund. https://www.volksfreund.de/region/trier-trierer-land/ein-vierteljahrhundert-in-der-sim_aid-5599761.
[2]: KulturDB. (o. D.). Café Astoria, Moselstraße / Simeonstraße, Trier. https://kulturdb.de/einobjekt.php?id=3937.
[3]: Autor unbekannt. (2020, 30. August). Peter Marzen – Eine Trierer Kinolegende. Trierischer Volksfreund. https://www.volksfreund.de/region/trier-trierer-land/peter-marzen-eine-trierer-kinolegende_aid-5685757.
[4]: Autor unbekannt. (2016, 2. Februar). Trierer Handel einst und heute – Konsum statt Schwofen. Trierischer Volksfreund. https://www.volksfreund.de/region/trier-trierer-land/trierer-handel-einst-und-heute-konsum-statt-schwofen_aid-6103468.
[5]: Architektur-Podcast.de. (o. D.). Apollo-Theater / Familie Schieffer. https://www.architektur-podcast.de/apollo-theater/?utm_source.
[6]: Fernsehmuseum.info. (o. D.). 1957 – Metropol Trier. http://www.fernsehmuseum.info/1957-metropol-trier.html.
Bildlizenzen
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[1]: Quelle: Privatsammlung Schmitt
[2]: Quelle: Privatsammlung Schmitt
[3]: Copyright Medienwisschenschaft Universität Trier 2000
[4]: Privatfoto: Qingbo Qiao
[5]: Privatfoto: Qingbo Qiao